Unsere Philosophie
Wo wäre unsere Zivilisation ohne die Pferde? Kaum einer weiß heute noch wie selbstverständlich Pferde unsere Äcker pflügten, Baumaterial für unsere Häuser ranschafften mit schwer beladenen Wagen unsere Waren heranschafften. Halb verhungert und geschunden mit uns unsere Kriege austrugen und als unschuldige Opfer ihr leben für uns ließen.
Wir brauchten diese Wesen um unser Leben zu gestalten. Die Pferde wären besser ohne uns dran gewesen. Kein Pferd wäre von uns zu beherrschen, wenn es nicht von Natur aus ein so freundliches Wesen hätte. Sicher kann man sich auch im Zeitalter des Automobils vorstellen, dass 700 kg permanenter Allradantrieb alles ...
...verwüsten könnte was sich ihm in den Weg stellt.
Scheint es da nicht geradezu albern zu glauben, man könnte ein Pferd mit Gewalt zu irgendetwas zwingen. Haben sie mal versucht einen Kleinwagen am Strick festzuhalten, wenn er nur langsam bergab rollt? Sicher auf die Idee würde niemand kommen. Oft fragen wir uns warum die Menschen den Pferden gegenüber so ignorant sind. Wenn wir als Verkehrsteilnehmer mit
unseren Pferden unterwegs sind, folgt ein Hubkonzert hinter uns, wir werden geschnitten von vorbeirasenden Autos, Autotüren werden direkt vor dem Pferd aufgerissen…. Alles brandgefährliche Situationen, nicht nur für Pferd und Reiter, auch die Autofahrer könnten ihre Ignoranz mit ihrem Leben bezahlen, wenn ein Pferd in Panik steigt und die 5-7 hundert Kilo auf dem Dach landen.
Jedes Kind weiß heute über Automarken, unterschiedlichen Antriebsarten, Motoren und Höchstleistungen Bescheid. Aber was wissen Sie über das Pferd? Gesellschaftlich scheint es das Pferd nur noch als Sportgerät zu geben. Wir fragen uns, wie konnte man so schnell vergessen, was wir den Pferden zu verdanken haben….
Warum machen sich nur so wenig Menschen Gedanken über das Wesen der Pferde und warum empfinden so wenig Menschen Dankbarkeit für den Verdienst um die Menschheit?
In den letzen Jahren kann man allerdings einen deutlichen Trend in eine andere Richtung erkennen. Es scheint wieder mehr Pferde zu geben, nachdem sie eine Weile völlig aus unserer Gesellschaft verschwunden schienen, in der Wirtschaftwunderzeit nur als Prestigeobjekte auf...
...Rennplätzen oder Dressurveranstaltungen zu sehen waren, sind es heute vor allem junge Frauen und Mädchen, die sich ein Freizeitpferd anschaffen.
Leider gibt es unter ihnen sehr viele, die Ihr Pferd mit einer Barbypuppe verwechseln oder das Pferd allzu sehr vermenschlichen. Es wird durch unnötiges Scheren „bloßgestellt“ um es dann in einer unbequemen scheuernden Decke zu verhüllen. Wird mit unnötigem Zusatzfutter krank gefüttert oder steht aus Überängstlichkeit des Besitzers den ganzen Tag in der schicken Box
mit Minipaddock, bis es kaputte Sehnen und Gelenke vom vielen Stehen und den engen Wendungen in der Box hat. Jeder einzelne der Besitzer, aber liebt sein Pferd und meint es gut.
Noch immer geht es bei all dem darum das Pferd auszubeuten. Es ist wieder ein sehr gutes Geschäft mit den Pferden zu machen. Große Messen zeigen es, etliche Neuauflagen von Pferdezeitschriften und immer neue Folterwerkzeuge lehren uns das fürchten.
Warum klären die Stallbesitzer die Pferdehalter nicht auf ? Warum stehen noch immer so viele Menschen da und sehen zu wie Pferde gequält werden?
Die Lobby der Pferde aber wächst. Wir wollen den Stein mit ins rollen bringen. Selbstverständlich müssen auch wir Kompromisse eingehen, leider können wir die Uhr nicht zurück drehen und den Pferden ihre totale Freiheit wiedergeben, ...
...aber wir können Verantwortung für sie übernehmen und uns darum bemühen sie zu verstehen
und nach ihrer Natur zu behandeln. Wir können ein Kompromiss zwischen unseren Anforderungen und ihren Bedürfnissen finden.
Und wir können in Dankbarkeit etwas von dem zurückgeben, was sie uns geben, Verständnis, Liebe und Vertrauen. Wir können mit einem guten Freund alles erreichen, denn es macht ihm Spaß gemeinsam etwas zu erleben und zu erlernen. Als Feind können wir uns nie aufeinander verlassen und sind gefangen im Machtkampf, der auf beiden Seiten viel zu viel Kraft kostet.
Ohne den Reiter ist ein Pferd immer noch ein Pferd, ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch.
Im Reiten gibt es mindestens so viele Missverständnisse und Fehler wie bei der Haltung der Pferde und jeder hat eine andere Meinung zu dem was gut und richtig wäre. Dabei ist es ganz
einfach, fragen Sie doch einfach das Pferd.
Hier ist der einige Moment, wo sie das Pferd mit dem Menschen vergleichen dürfen. Von der Anatomie ist das Pferd dem Menschen gar nicht so unähnlich. Schalten sie einfach mal ihren Verstand ein und überlegen, wie es ihnen gehen würde, wenn ihnen der Nacken so zusammen geschnürt wird, bis sie das Kinn auf der Braust tragen und kaum noch atmen können. Dann setzt sich jemand auf Ihren Rücken, nach Möglichkeit noch schief( mit unterschiedliche langen Steigbügeln)...
... wackelt bei jedem Schritt umher und verlangt mit Gerte auf dem hintern und Sporen in ihren Flanken dass sie fröhlich, fleißigen Schrittes geradeaus gehen oder sich hübsch biegen sollen, obwohl sie den Hals wegen der Ausbinder gar nicht mehr rumkriegen. Würde ihnen so etwas Spaß machen? Wäre der der das mit Ihnen tut Ihr Freund?
Hat ihnen im Fitnisstudio jemals irgendetwas verschürt, damit sie Musklen aufbauen können? Verraten Sie mir wie das dann beim Pferd gehen soll? ER gibt den Rücken nicht her, ist unbequem zu sitzen, darum schüre ich ihn dann solange zusammen bis der Rücken hochkommt???? Glauben sie wirklich man erreicht irgendetwas Positives dadurch?
In wie vielen Reithallen laufen Pferde total verspannt , die mit Schlaufzügeln geknebelt, mit Gerte und Sporen durch ihre Lektionen gezwungen werden. Hengste und Wallache protestieren mit lauten Schlauchgeräuschen, die Stuten leiden still. Die Reiter selbst halten sich für die Größten und sitzen auf dem Pferd wie ein Sack, reißen an den Zügeln um das Pferd in die Biegung zu kriegen. Wenn die Armmuskulatur des Reiters es nicht packt, kriegt der sture Gaul eben ein schärferes Gebiß oder ne Kandare rein und dann wird es schon klappen…..
Erkennen Sie jemanden in diesem Szenario? Beim schreiben dieser Worte wird uns schlecht.
Reiten geht ganz anders und ganz leicht. Viele große Reiter haben es uns vorgemacht. Warum herrscht in so vielen Ställen noch immer diese Brutalität und dieser Irrglaube wie das Reiten geht? Wie hätten die Ritter wohl ihr Pferd auf diese Art lenken sollen? Wir wollen niemandem Vorschriften machen oder behaupten wir würden alles richtig machen, nur die eine Bitte bei allem was ihr tut, überlegt ob es dazu dient eure Ansprüche zu befriedigen oder geht es um das Wohl des Pferdes, denkt vielleicht künftig nur einmal mehr nach…
Wir denken:
- Reiten ist Kommunikation von Körper zu Körper
- Reiten ist Balance
- Reiten ist Rhythmus und Takt
- Reiten ist fühlen
- Reiten ist loslassen und vertrauen
- Reiten ist Natur erleben
- Reiten öffnet das Herz
- Reiten ist Freundschaft
- Reiten ist über dem Boden fliegen
- Reiten ist die Mystische Verbindung zwischen Mensch und Pferd
Laßt uns reiten um uns selbst zu finden in der Welt der Pferde.
Hört mit eurem Herzen und Eurem Verstand, was euch die Pferde sagen.
Sie sind die besseren Menschen, edelmütig, ehrlich und freundlich und Ihr habt Verantwortung für ihr Wohlergehen. Möchtet Ihr euch eine Welt ohne diese wunderbaren Geschöpfe vorstellen? Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass sie noch lange in unserer Welt bleiben, als das was sie sind, einzigartige Wesen …. Pferde….